Neuheiten — Aktuelle Neuzugänge finden Sie in unserem Katalog. Ansehen →
* Bild nur zu Illustrationszwecken.Beim Betrachten der in das nakago eines Nihontō eingeschnittenen nenki-mei fällt bisweilen auf, dass neben der Jahresdevise zwei Zeichen wie „hinoto-tori" oder „kanoe-ne" erscheinen. Dies ist das eto. Die Jahresdevise ist ein von Herrschern festgelegter Kalender, das eto hingegen eine Zählweise, die sich alle sechzig Jahre wiederholt; in der Mei von Schwertern wurden diese beiden Systeme getrennt voneinander oder nebeneinander verwendet.
Dieser Artikel ordnet das System des jikkan-jūnishi aus der Perspektive des Lesens von Schwert-Mei und erläutert der Reihe nach die Schritte zur Berechnung des eto aus der westlichen Jahreszahl, häufige Lesefehler sowie den Umgang mit Jahresdevisen der Nanbokuchō-Zeit. Die Gepflogenheiten der nenki-mei selbst werden in Was ist nenki-mei? behandelt, weshalb sich dieser Beitrag auf „das Lesen der Schriftzeichen zur Jahreszählung" beschränkt.
Das eto ist eine Kombination aus jeweils einem Zeichen des jikkan und einem Zeichen des jūnishi. Der jikkan umfasst die zehn Zeichen Kinoe, Kinoto, Hinoe, Hinoto, Tsuchinoe, Tsuchinoto, Kanoe, Kanoto, Mizunoe und Mizunoto; der jūnishi umfasst die zwölf Zeichen Ne, Ushi, Tora, U, Tatsu, Mi, Uma, Hitsuji, Saru, Tori, Inu und I, wobei jeweils eines davon der Reihe nach voranschreitet.
Da das kleinste gemeinsame Vielfache von zehn und zwölf sechzig ist, ergibt sich ein Zyklus von sechzig Kombinationen. Beginnend mit kinoe-ne, folgen kinoto-ushi, hinoe-tora und so weiter; mit mizunoto-i als sechzigstem Schritt beginnt der Zyklus wieder mit kinoe-ne. Da nur Kombinationen aus ungeraden mit ungeraden bzw. geraden mit geraden Positionen auftreten, gibt es keine Kombinationen wie „kinoe-ushi" oder „kinoto-ne". Taucht beim Lesen einer Mei eine nicht existierende Kombination auf, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Lesefehler vor.
Nachdem man die Jahresdevise einer Mei in eine westliche Jahreszahl umgerechnet hat, möchte man häufig das eto überprüfen. Dazu zieht man 4 von der westlichen Jahreszahl ab und berechnet den Rest bei Division durch sechzig. Ist der Rest 0, ergibt sich kinoe-ne; ist er 1, kinoto-ushi; ist er 2, hinoe-tora, und so weiter. Der jikkan ergibt sich aus dem Rest der Division durch 10, der jūnishi aus dem Rest der Division durch 12.
Die folgende Tabelle zeigt Beispieljahre, die mit dieser Berechnung überprüft wurden.
| Westliches Jahr | Jahresdevise | eto |
|---|---|---|
| 1357 | Shōhei 12 | hinoto-tori |
| 1360 | Shōhei 15 | kanoe-ne |
| 1372 | Ōan 5 | mizunoe-ne |
| 1596 | Keichō 1 | hinoe-saru |
| 1861 | Bunkyū 1 | kanoto-tori |
| 1864 | Genji 1 | kinoe-ne |
| 1868 | Keiō 4 | tsuchinoe-tatsu |
Genji wurde als Jahresdevise eingeführt, da die Jahresdevise selbst in einem kinoe-ne-Jahr geändert wurde, was es leicht zu merken macht, dass das erste Jahr von Genji kinoe-ne ist. Tsuchinoe-tatsu ist durch den Namen des Boshin-sensō im Jahr Keiō 4 und Meiji 1 bekannt. Merkt man sich solche bekannten Jahre als Orientierungspunkte, kann man beim Anblick der zwei Schriftzeichen einer Mei sofort abschätzen, „in welche Zeitepoche" ein Schwert grob einzuordnen ist.
Zu beachten ist, dass das Jahr im alten Kalender nicht am 1. Januar nach westlicher Zeitrechnung wechselt. Der erste Monat des alten Kalenders entspricht in der Regel dem Zeitraum von Ende Januar bis Mitte Februar nach westlicher Zeitrechnung. Daher kann sich beim Umrechnen einer Mei, die „shōgatsu" (ersten Monat) oder „nigatsu" (zweiten Monat) angibt, je nach Monat die westliche Jahreszahl um ein Jahr verschieben.
Außerdem fallen im Jahr eines Erawechsels zwei Jahresdevisen in dasselbe Jahr. So war 1868 zunächst das Jahr Keiō 4, und im Laufe desselben Jahres erfolgte der Wechsel zu Meiji. Das eto ist in beiden Fällen tsuchinoe-tatsu und ändert sich nicht. Selbst wenn zwei Schwerter bei bloßer Betrachtung der Jahresdevise aus verschiedenen Epochen zu stammen scheinen, lässt sich anhand des übereinstimmenden eto erkennen, dass sie aus demselben Jahr stammen. Genau deshalb ist das eto eine hilfreiche Bestätigung, wenn man bei der Lesung einer Jahresdevise unsicher ist.
In der Nanbokuchō-Zeit verwendeten Nordhof und Südhof jeweils eigene Ärennamen. Selbst für dasselbe Jahr existierten der Ärenname des Nordhofs und der Ärenname des Südhofs nebeneinander. Auch in den mei (Signaturen) der Schwerter zeigt sich, welcher der beiden Ärennamen verwendet wurde.
In der nationalen Datenbank für Kulturdenkmäler sind tantō als jūyō bunkazai (Important Cultural Properties) verzeichnet, in deren mei der südliche Ärenname „Shōhei" eingeschnitten ist. Dazu gehört eines mit der Aufschrift „Sa Yasuyoshi saku" und „Shōhei jūni-nen nigatsu-bi" (Datenbank der national designierten Kulturdenkmäler) sowie eines mit „Bishū Osafune jū Chōgi" und „Shōhei jūgo-nen gogatsu-bi" (Datenbank der national designierten Kulturdenkmäler). Andererseits ist bei Cultural Heritage Online der Agency for Cultural Affairs eine Klinge mit der Aufschrift „Bishū Osafune Hidemitsu" und der Jahres- und Monatsangabe „Ōan go-nen nigatsu" registriert (Cultural Heritage Online). Ōan ist ein Ärenname des Nordhofs.
Zählt man die Ärennamen dieser mei, wie in der vorherigen Tabelle, nach eto, so entspricht das Jahr Shōhei 12 dem Hinoto-tori, Shōhei 15 dem Kanoe-ne und Ōan 5 dem Mizunoe-ne. Selbst wenn die Ärennamen verschieden sind, können die eto als gemeinsamer Maßstab dienen, um innerhalb desselben Kalenders zu vergleichen, aus welchem Jahr ein Stück ungefähr stammt. Ob in diesen mei jedoch die eto selbst eingeschnitten sind, lässt sich aus den hier angeführten Quellen nicht bestätigen. Es handelt sich ausschließlich um eine Herangehensweise, bei der der Betrachter aus dem Ärenname das eto ableitet und es für Vergleichszwecke heranzieht.
Im Folgenden werden Schritte aufgeführt, die beim Lesen des eto in einer nenki-mei in der Praxis tatsächlich hilfreich sind.
Besonders aufmerksam sein sollte man bei ähnlich aussehenden Schriftzeichen. Die Zeichen Mi, Ki und I sind als Schriftzeichen zwar voneinander zu unterscheiden, doch in den kleinen Zeichen einer mei ist die Unterscheidung schwierig. Ähnliches gilt für Inu, Tsuchinoe und Shu: Das jūnishi-Zeichen Inu und das jikkan-Zeichen Tsuchinoe sehen einander sehr ähnlich. Da jikkan und jūnishi beim Kombinieren jedoch stets dieselbe Parität aufweisen müssen, wie im vorherigen Abschnitt erläutert, lässt sich durch Heranziehen des jeweils anderen Zeichens eine Eingrenzung vornehmen.
Da die Zeichen einer mei mit einem Meißel (tagane) in das nakago eingekerbt werden, können die Schriftzeichen im Unterschied zur Schreibschrift Verzerrungen aufweisen. Zur Technik des Einschneidens von mei wird auf Die Technik des mei-Schneidens verwiesen; wo auf dem nakago eine mei eingeschnitten wird, wird in Nijimei, Chomei und die Position der mei zusammengefasst.
Eto und Ärennamen sind zwar nur kleine Zeichen auf dem nakago, doch sie haben großen Einfluss auf die Einordnung einer Klinge. Bei Schulen, in denen tōkō über viele Generationen hinweg denselben Namen führten, lässt sich allein durch das Vorhandensein einer Jahresdatierung eingrenzen, aus welcher Generation das Werk stammt.
Allerdings werden Echtheit und Wert einer Klinge nicht allein durch die Lesart der nenki-mei oder des eto entschieden. Grundsätzlich urteilt man unter Berücksichtigung von sugata (Gestalt), jigane (Stahl der Klingenoberfläche), hamon (Härtungslinie) und dem Zustand des nakago in ihrer Gesamtheit; die Lesart der Jahresdatierung ist dabei nur einer von mehreren Anhaltspunkten. Man prüft Schritt für Schritt, ob Ärenname und eto einander nicht widersprechen und ob sie zum Stil der Epoche passen.
Beim Betrachten einer Klinge richtet sich der Blick von Natur aus auf hamon und sugata, doch auch in den zwei kleinen Zeichen auf dem nakago ist ein Kalender eingraviert. Wenn man die Lesart kennt, tritt klarer hervor, in welcher Zeit eine Klinge gelebt hat.
← „Jū" und „Oite" in der mei lesen — Ortsnamensinschriften für Wohn- und Herstellungsort sowie alternative Bezeichnungen für alte Provinznamen
NächsterWas ist kairaigi — der Name für das Rochenleder, das koshirae schmückt, und der Unterschied zum „kairaigi" der Teeschale →
Geschichte & Epochen
Geschichte & Epochen
Geschichte & EpochenKauf aus Japan, Schwertgesetze nach Ländern und das Lesen von Zertifikaten
Sie möchten ein Schwert aus Japan kaufen? →