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* Bild nur zu Illustrationszwecken.Vielleicht hat man in Historiendramen oder ähnlichen Werken schon einmal eine Szene gesehen, in der ein Samurai tsuba und koiguchi seines Schwertes mit einem metallischen Klick aufeinanderschlägt, um ein Versprechen zu bekräftigen. Diese Geste heißt kinchō und gilt als eine Handlung, mit der Samurai die Aufrichtigkeit eines Schwurs oder Versprechens zeigten. Das Schwert gilt als die Seele des Samurai — die „Zeremonie des Schwörens" mittels eben dieses Schwertes ist das kinchō. Der vorliegende Artikel ordnet die Bedeutung des kinchō, die Form der Zeremonie, die dahinterliegenden Werte der Samurai sowie Hinweise für den heutigen Umgang mit Schwertern. Da die Quellen in den Einzelheiten unterschiedlich überliefern, wird auf endgültige Aussagen verzichtet und nur das allgemein Bekannte dargestellt.
Kinchō bezeichnet die Handlung des Schwörens, indem man Metall gegen Metall schlägt und dabei einen Klang erzeugt. Dem Wort nach bedeutet es „Metall (kane) schlagen"; Wörterbücher erklären, dass Samurai die Klinge oder die tsuba ihres Schwertes gegen die des Gegenübers schlugen, Frauen Spiegel und Mönche Gongs. In historischen Fernsehdramen wird es häufig als Geste dargestellt, bei der tsuba und Scheidenmund (koiguchi) aneinandergeschlagen werden, sodass ein Klang entsteht.
Wie der Ausspruch „Ein Samurai nimmt sein Wort nicht zurück" zeigt, war das Widerrufen eines einmal gegebenen Versprechens für einen Samurai eine schwere Ehrenschmälerung. Kinchō gilt als eine zeremonielle Handlung, die jenem Versprechen eine physische Bekräftigung verlieh.
Die konkrete Ausführung des kinchō wird beschrieben als das Aufeinanderschlagen von tsuba und koiguchi — ausgehend von einem Zustand, bei dem das Schwert leicht gezogen oder der koiguchi geöffnet ist. Die dabei beteiligten Teile seien hier kurz erläutert.
Da die tsuba aus Metall wie Eisen oder Kupfer besteht und auch der koiguchi bisweilen Metallbeschläge aufweist, erzeugt das Aufeinanderschlagen einen klaren, hellen Klang. Die Struktur des Schwertes und die Funktion seiner einzelnen Teile lassen sich durch die Lektüre von Strukturelle Unterschiede zwischen tachi und uchigatana und dem Maßleitfaden für Schwerter noch konkreter nachvollziehen.
Warum lässt man einen Klang ertönen? Im japanischen Volksglauben findet sich die Vorstellung, dass der Klang von Metall böse Geister vertreibt, und bisweilen wird erklärt, dass dieser Gedanke auch mit der Zeremonie des Schwörens verbunden wurde. Wenn man bedenkt, dass es bei Shinto-Ritualen den Brauch gibt, durch das Läuten von Glocken oder metallische Klänge den Raum zu reinigen, ist dies eine einleuchtende Erklärung. Allerdings gibt es keinen gesicherten Beleg, der den Ursprung des kinchō auf eine einzige Quelle zurückführt — in der Realität bestehen mehrere Deutungen nebeneinander.
Die Verbindung zwischen nihontō und Shinto ist tief; das Schwert hat eine Geschichte als Opfergabe an die Götter und als Gegenstand der Verehrung. Dieser kulturelle Hintergrund wird in Shinto und nihontō ausführlich behandelt. Dass das Schwert bei Eidzeremonien verwendet wurde, lässt sich auch als Ausdruck dafür verstehen, dass dem Schwert stets eine spirituelle Bedeutung beigemessen wurde.
Kinchō wird häufig im Zusammenhang mit Abmachungen zwischen Samurai oder mit Schwüren gegenüber einem Herrn oder Kameraden erwähnt. Es soll vollzogen worden sein, wenn man ein mündliches Versprechen bekräftigen oder zeigen wollte, dass die eigenen Worte der Wahrheit entsprachen. In Erzählungen und Theaterstücken hat es sich auch als dramatisches Mittel in Szenen, in denen ein Entschluss gefasst wird, fest etabliert.
Allerdings variiert das Bild je nach Quellenlage, wie häufig es tatsächlich praktiziert wurde, von welchem Stand und in welcher Form. Es ist Vorsicht geboten, um fiktionale Darstellungen nicht mit tatsächlichen Bräuchen zu verwechseln — Szenen aus Historiendramen sollten nicht ungeprüft als Tatsachen übernommen werden.
Wer sich für Schwerter interessiert, mag vielleicht den Wunsch verspüren, kinchō nachzuahmen. Dennoch sollte man es vermeiden, tsuba und koiguchi an einem modernen nihontō oder koshirae aufeinanderzuschlagen. Es verursacht nicht nur Kratzer und Dellen an den Metallbeschlägen, sondern kann auch dazu führen, dass der Mund der saya reißt oder tsuba und seppa sich lockern. Da Schwerter auch empfindliche Kunsthandwerksgegenstände sind, empfiehlt es sich, das Nachvollziehen der Geste auf das Betrachten von Aufnahmen oder das Lesen von Beschreibungen zu beschränken und beim Umgang mit dem Original stets behutsam vorzugehen.
Kinchō ist ein kleines Indiz dafür, dass das Schwert nicht bloß eine Waffe war, sondern ein Symbol für Schwur und Ehre. Wer die kulturelle Bedeutung des Schwertes kennt, wird es mit erweitertem Blick betrachten können. TOUKENZA ist ein Online-Marktplatz für nihontō; die angebotenen Schwerter können in der Schwertübersicht eingesehen werden.
Neben kinchō werden häufig die Geste des „koiguchi o kiru" — das Öffnen des koiguchi — sowie der Gruß vor dem Ziehen des Schwertes erwähnt. Koiguchi o kiru bezeichnet das Drücken der tsuba mit dem Daumen der Hand, die den koiguchi umfasst, um das Schwert ziehbereit zu machen — also eine Haltung einzunehmen, aus der man das Schwert jederzeit ziehen kann. Die Einzelheiten der Zeremoniellregeln variieren je nach Schule und Epoche, doch der gemeinsame Kern ist, dass der Umgang mit dem Schwert selbst eine Botschaft an das Gegenüber war. Kinchō ist unter all diesen Bräuchen rund um das Schwert ein besonders seltenes Beispiel dafür, dass Worte und Klang miteinander verknüpft wurden.
Wenn man das Schwert in Kenntnis dieser Bräuche betrachtet, erkennt man auch in der Stärke der tsuba und in der Ausführung der Metallbeschläge am koiguchi die Sorgfalt, die für einen Einsatz vor anderen vorgesehen war. Wer sich für die Welt der tsuba interessiert, findet in Die Welt des koshirae, das sich mit der Schwertausstattung im Allgemeinen befasst, wertvolle Hinweise.
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