* Bild nur zu Illustrationszwecken.Tsukahara Bokuden
塚原卜伝
Der Unbesiegte Schwertkünstler von Kashima
Beschreibung
Der göttliche Prodigy von Kashima
Tsukahara Bokuden wurde im ersten Jahr der Entoku-Ära (1489) in Kashima in der Provinz Hitachi (heutiges Kashima-shi, Ibaraki-Präfektur) geboren. Er wuchs in der Familie eines Priesters des Kashima-Schreins auf und zeigte von früher Jugend an außergewöhnliches Schwerttalent. Die Familie Tsukahara war ein Samurai-Haus mit tiefen Verbindungen zum Kashima-Schrein, und Bokuden erbte die Kashima-Shintō-ryū-Schwerttechnik als Familientradition. Er studierte weiter die Shintō-ryū unter Matsumoto Bizen-no-kami Masanobu und gründete durch die Integration und Verfeinerung dieser Techniken die Kashima-Shintō-ryū. Bokundens Schwertausbildung beschränkte sich nicht nur auf technische Meisterschaft; es wird berichtet, dass sie auch mystische Erfahrungen einschloss, in denen er das Wesen des Schwertes unmittelbar von dem göttlichen Geist des Kashima-Schreins erhielt.
Drei Reisen der landesweiten Ausbildung
Während seines Lebens unternahm Bokuden dreimal ausgedehnte Pilgerfahrten quer durch das ganze Land. Auf diesen Reisen stellte er sich Schwertmeistern im ganzen Land, und in neunzehn echten Schwertkämpfen erlitt er niemals eine einzige Niederlage. Dieser „Unbesiegbarkeitsmythos" zeugte beredtsam von Bokundens Geschicklichkeit und Geisteskraft, und selbst während der Sengoku-Zeit wurde sein Name unter dem Volk als „der Gott des Schwertes" überliefert. Während seiner Reisen tauschte sich Bokuden mit den größten Feldherren und Schwertmeistern seiner Zeit aus und erwarb durch seinen Charakter und seine Technik tiefe Hochachtung von namhaften Persönlichkeiten im ganzen Land.
Die Verbindung mit dem Ashikaga-Shogunat
Bokundens Ruf erreichte das Shogunat, und er unterrichtete den zwölften Shogun des Muromachi-Bakufu, Ashikaga Yoshiharu, und den dreizehnten Shogun, Yoshiteru, in der Schwerttechnik. Besonders Yoshiteru wurde Bokundens eifriger Schüler, studierte ernsthaft Schwerttechnik und erreichte eine solche Geschicklichkeit, dass er den Titel „Schwert-Meister-Shogun" erwarb. Dass Yoshiteru in späteren Generationen als „Schwert-Meister-Shogun" bekannt wurde, war großteils Bokundens Unterricht zu verdanken. Sein Unterricht am Shogunat-Hof erhöhte Bokundens sozialen Status und wurde auch eine Gelegenheit, den Ruhm der Kashima-Shintō-ryū im ganzen Reich zu verbreiten.
Philosophie des Schwertes und der Schwerttechnik
Der Kern von Bokundens Schwerttechniken-Philosophie liegt in „Ichi no Tachi" (der Eine Hieb). „Ichi no Tachi" ist das Geheimnis der Geheimnisse, eine höchste Schwertechnik, von der gesagt wird, dass sie den Sieg mit einem einzigen Schlag entscheidet. Diese Technik konnte nur nach lebenslanger Ausbildung erlangt werden, und es wird berichtet, dass Bokuden dieses Geheimnis nur seinen vertrauenswürdigsten Schülern vermittelte. Die Anekdote von „Mutekatsu-ryū" ist auch als eine von Bokundens berühmten Geschichten bekannt: Als ein junger Herausforderer einen Kampf auf dem Boot suchte, lockte Bokuden ihn auf eine Insel und ruderte weg, um damit „Sieg ohne Kampf" zu demonstrieren. Diese Geschichte zeigt beredt, dass das Wesen des Schwertes nicht in Stärke, sondern in Weisheit und Geist liegt. Die Schwerter, die Bokuden bevorzugte, wurden Berichten zufolge von Schmieden geschmiedet, die mit dem Kashima-Schrein verbunden waren, und besaßen die Würde heiliger Waffen.
Einfluss auf Feldherren
Viele Feldherren erhielten Bokundens Unterricht, und namhafte Persönlichkeiten der Zeit wie Ashikaga Yoshiteru, Kitabatake Tomonori und Hosokawa Harumoto wurden seine Schüler. Kitabatake Tomonori, ein großer Daimyo von Ise und berühmt als einer der größten Schwertmeister unter dem Himmel, soll Bokundens „Ichi no Tachi" übertragen worden sein. Hosokawa Harumoto suchte ebenfalls Bokundens Unterricht auf und studierte seine Schwertechnik. Durch diese hervorragenden Schüler verbreiteten sich die Techniken der Kashima-Shintō-ryū im ganzen Land und beeinflussten viele spätere Schulen der Schwerttechnik. Bokundens Schüler zählten in die Hunderte, und er war der meistgesuchte Schwertmeister der Sengoku-Zeit.
Späte Jahre und Vermächtnis
Im zweiten Jahr der Genki-Ära (1571) verstarb Bokuden im hohen Alter von dreiundachtzig Jahren. In seinen späteren Jahren kehrte er nach Kashima zurück und verbrachte seinen Lebensabend in Stille. Sein Leben war ganz dem Schwert gewidmet und hinterließ das bemerkenswerte Andenken von neunzehn echten Schwertkämpfen ohne Niederlage, Teilnahme an siebenunddreißig Schlachten und zweihundertzwölf getöteten Feinden. Der Kashima-Schrein bleibt bis heute ein heiliger Ort der Kampfkünste, mit vielen Kampfkünstlern, die zur Pilgerfahrt kommen und ihn als den Ort verehren, an dem Bokundens Schwertgeist verweilt.
Bekannte Schwerter
- Heiliges tachi des Kashima-Schreins (Klinge verbunden mit der Tradition des göttlichen Schwertes der Kashima Shintō-ryū)
- Ichi no Tachi (der Eine Strich — das höchste Geheimnis in einem einzigen entscheidenden Schnitt verkörpert)
- Kampfschwert des musha-shugyō (die Klinge, die Bokuden durch neununddreißig unbesiegte Duelle trug)