* Bild nur zu Illustrationszwecken.Ōmura Masujirō
大村益次郎
Vater der Meiji-Armee, Reformer des modernen Militärsystems
Beschreibung
Ōmura Masujirō (1824–1869) war ein Militärwissenschaftler und Reformer des Militärwesens aus der Domäne Chōshū, der vom späten Edo-Zeitalter bis in die frühe Meiji-Zeit wirkte. Er gilt als Persönlichkeit, die als „Vater der Meiji-Armee“ bezeichnet wird. Nachdem er die Rangaku (Hollandkunde) und die westliche Militärwissenschaft gründlich erlernt hatte, leitete er im Boshin-Krieg die militärischen Operationen der Truppen der neuen Regierung. Mit modernen Taktiken gegen die Streitkräfte des Tokugawa-Shogunats errang er einen überwältigenden Sieg.
Ōmura wurde in der Provinz Suō (heute Präfektur Yamaguchi) als Sohn eines Dorfarztes geboren. In Ōsaka studierte er Rangaku an Ogata Kōans Tekijuku, und während seiner Zeit dort studierte er auch in Nagasaki. Nachdem er in seiner Heimatregion eine Dorfarztpraxis eröffnet hatte, wurde er in die Domäne Uwajima eingeladen, wo er westliche Militärwissenschaft lehrte und übersetzte. In Edo war er als Lehrer am Kōbusho (Militärakademie des Shogunats) tätig. Im Jahr Man'en 1 (1860) wurde er Samurai der Domäne Chōshū und übernahm die Einführung eines westlich geprägten Militärsystems.
Ōmuras eigentliche Stärke zeigte sich im Boshin-Krieg (1868–1869). Gegen die alten Shogunatskräfte, die sich vor allem im Ōuetsu Reppan Dōmei sammelten, führte Ōmura moderne Operationen durch, die auf westlicher Artillerie und Gewehren beruhten. In der Schlacht von Ueno (1868) befehligte er die Strafexpedition und schlug die Shōgitai in nur einem Tag nieder. Als Gehilfe des Hauptquartiers des Großkommandeurs der Ostexpedition trug er maßgeblich zum Sieg der Truppen der neuen Regierung bei. Nach der Meiji-Restauration leitete er als Vizeminister für Militärangelegenheiten (Hyōbu-taifu; entsprach dem späteren stellvertretenden Minister des Heeresministeriums) den Aufbau des modernen japanischen Militärsystems und legte den Grundstein für die Wehrpflicht.
Doch im Jahr Meiji 2 (1869) wurde er in seiner Unterkunft in Kyōto von ehemaligen Samurai, die sich gegen ihn stellten, niedergeschlagen. Er wurde schwer verletzt und starb etwa zwei Monate später im Alter von 46 Jahren. Sein Tod symbolisierte zugleich den historischen Wendepunkt zwischen dem Ende der Zeit des Samurai-Schwertes und dem Beginn der modernen Armee.
Im Hinblick auf japanische Schwerter wird Ōmuras Leben ironischerweise als das eines Mannes verstanden, der „das Ende der Schwerterzeit verkündete“. Das von ihm vorangetriebene moderne Militärsystem setzte auf kollektive Taktik mit Feuerwaffen und Artillerie statt auf die individuelle Tapferkeit mit dem Schwert. Das japanische Schwert, Symbol der Samurai-Seele, verschwand vom Schlachtfeld. Dennoch kam Ōmura selbst durch ein Schwert ums Leben. Dieses Paradox hinterlässt eine unvergessliche Seite in der Geschichte des japanischen Schwertes. Am Yasukuni-Schrein in Kudan, Tokio, steht eine 1893 errichtete Bronzestatue Ōmuras.
Bekannte Schwerter
- Das Schwert des Attentäters aus dem Überfall von 1869