* Bild nur zu Illustrationszwecken.Rai Kuniyuki
来国行
Auch bekannt als: Rai Kuniyuki no Tachi
Beschreibung
Rai Kuniyuki war ein Schmied, der während der mittleren Kamakura-Zeit in Kyoto tätig war und als Gründungsvater der Rai-Schule verehrt wird. Er war der Vater von Rai Kunitoshi und der Großvater von Rai Kunimitsu und übte als höchster Meister der Schwertschmiedekunst in Kyoto einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen aus. Die Rai-Schule soll von Kuniyuki gegründet worden sein, nachdem er von der Yamato-Tradition (Nara) nach Kyoto migriert war, und ihre Kennzeichen—das klare, leuchtende jigane und eine sanfte, doch würdevolle hamon—erlangten tiefe Verehrung sowohl von Hofleuten als auch von Kriegern. Dieses tachi mit einer Klingenlänge von etwa 79 Zentimetern verkörpert die majestätische tachi-Form, die für die mittlere Kamakura-Zeit charakteristisch ist. Die hamon ist eine sanfte ko-chōji-midare, wobei feines nie ruhig die gesamte Klinge durchfüllt, während zarte nie-ashi und yō sich durch die Schneide verflechten. Das jigane zeigt das für die Rai-Schule charakteristische fließende itame-Korn in seiner raffiniertesten Ausdrucksform, durchdrungen von gleichmäßig feinem und dichtem ji-nie, das den charakteristischen Glanz ausstrahlt, der als "weiße, klare Rai-Haut" (shiro-rai-hada) gepriesen wird. Sein Hauptwerk, die tachi "Akashi Kuniyuki," ist als Nationalschatz designiert und wird im Schwertmuseum (Tokio, Japanese Sword and Martial Arts Museum) aufbewahrt. Als technische Grundlage der Rai-Schule besitzen Kuniyukis Klingen profunde wissenschaftliche Bedeutung, und dieses tachi gilt als beispielhaft für die leuchtende Schönheit, nach der nachfolgende Generationen von Schmieden strebten.
Legenden & Geschichten
Als Rai Kuniyuki seine Werkstatt in Kyoto gründete und zu Ruhm gelangte, sollen die Hofadligen der Hauptstadt von der Schärfe seines jigane (Grundstahl) erstaunt gewesen sein. Es wird berichtet, dass Kuniyuki beim Auswählen von tamahagane (Schwertenstahl) als Material immer vor Tagesanbruch seine Hände in Flusswasser reinigte und sich darauf vorbereitete, dem Geist des Eisens zu begegnen, bevor er sich der Werkstatt zuwandte. Als sein Schüler Kunitoshi fragte: "Meister, warum bereiten Sie sich mit solcher Sorgfalt vor?" antwortete Kuniyuki: "Ein Schwert ist nicht bloß ein Eisenklumpen. Schmieden ist ein Akt der Begegnung mit dem Geist des Eisens. Wenn das Herz nicht gereinigt ist, wird der Geist die Form eines feinen Schwertes nicht offenbaren." Diese Philosophie wurde als geistige Tradition der Rai-Schule weitergegeben und bildete das Fundament der Schmiedephilosophie von Rai Kunitoshi und Rai Kunimitsu.