Vor dem Tachi: Schwerter aus Japans Kofun-, Asuka- und Nara-Zeit und die Ursprünge des japanischen Schwertes
* Bild nur zu Illustrationszwecken.Japans früheste Schwerter: Kofun bis ritsuryō
Eisenwerkzeuge kamen während der Yayoi-Zeit (ca. 3. Jahrhundert v. Chr.) nach Japan und wurden vom asiatischen Kontinent zusammen mit der Bronzekultur mitgebracht. Die Schwerter dieser Ära waren gerade Klingen (chokuto), direkt aus chinesischen und koreanischen Vorlagen importiert oder kopiert.
Während der Kofun-Zeit (3.–7. Jahrhundert n. Chr.) wurden Eisenschwerter und Klingen regelmäßig in Grabhügeln der Mächtigen bestattet. Die meisten waren immer noch gerade kontinentale Formen, obwohl auf Griffen und Scheiden deutlich japanische Dekorationselemente erschienen. Das berühmteste Beispiel ist das Eisenschwert mit 115 vergoldeten Schriftzeichen aus dem Inariyama Kofun der Saitama-Präfektur, das auf das 5. Jahrhundert datiert wird.
Der Taiho-Kodex von 701 n. Chr. unterstellte Schwertherstellung und -besitz der staatlichen Kontrolle und standardisierte Waffen für Beamte und Militärkräfte. Nara-Zeit-Schwerter (710–794) reichten von prächtigen Zeremonialwaffen — viele im Shoso-in-Schatz des Todaiji erhalten — bis zu funktionalen Kampfklingen, allesamt mit starkem kontinentalen ästhetischen Einfluss.
Die revolutionäre Verschiebung zu gekrümmten Klingen
Die bedeutsamste Umwandlung in der japanischen Schwertgeschichte ereignete sich in der mittleren Heian-Zeit (794–1185): die Entstehung des gekrümmten tachi. Mehrere Faktoren trieben diese Veränderung an: die Entwicklung berittener Kavallerie-Taktiken, bei denen gekrümmte Klingen leichter zu ziehen waren und effektiver für Abwärtsstreiche zu Pferd; verbesserte Schmiedetechniken, die konsistente Herstellung komplexer gekrümmter Formen ermöglichten; und der Aufstieg östlicher Kriegerclans, deren Kampferfahrung die Nachfrage nach neuer Klingengeometrie prägte.
Bis zum späten 10. bis 11. Jahrhundert hatte das tachi seine erkennbare Form erreicht, und regionale Schmiedezentren bildeten sich in Bizen, Yamashiro und Yamato — die Anfänge der Fünf Traditionen. Dies markiert den Anfang dessen, was Gelehrte die koto-Periode (antikes Schwert) nennen, und die wahre Geburt des nihonto als Kulturform.


