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* Bild nur zu Illustrationszwecken.Die Edo-Zeit (1603–1868) ist die paradoxeste Ära in der Geschichte des japanischen Schwertes. Es war eine Zeit, in der japanische Schwerter weiter verbreitet waren als je zuvor und von mehr Menschen besessen wurden, doch ihre tatsächliche Kampfnutzung war strengstens verboten.
Im Kern dieses Paradoxons lag das Sankin-kotai-System (wechselnde Teilnahme) und die Schwerttrageordnung. Dieser Artikel untersucht die tatsächliche Umsetzung von Edos Schwertpolitik und den Prozess, durch den Schwerter von „Waffen" zu „Statussymbolen" übergingen.
Sankin-kotai war ein System, das 1635 durch das Buke Shohatto (Gesetze für die Militärhäuser) des dritten Tokugawa-Shoguns Iemitsu verpflichtend gemacht wurde. Alle Provinzherren (Daimyo) im ganzen Land waren verpflichtet, regelmäßig zwischen Edo und ihren Heimatdomänen zu reisen.
Die Ziele dieses Systems waren:
Die mit Sankin-kotai verbundenen Reisen bildeten prächtige Prozessionen, die als „Daimyo-Prozessionen" bekannt waren. Hunderte bis Tausende von Menschen marschierten in ordentlicher Formation nach Rang und Status des Daimyo, einschließlich zahlreicher bewaffneter Samurai.
Die Rolle von Schwertern in Daimyo-Prozessionen:
Während der Edo-Zeit waren Samurai (Mitglieder der Kriegerklasse) verpflichtet, das „Daishō" zu tragen – ein Paar bestehend aus einem langen Schwert (katana) und einem kurzen Schwert (wakizashi).
Für Samurai in der Edo-Zeit war das Schwertragen nicht nur eine Form der Bewaffnung, sondern „Beweis, ein Samurai zu sein":
Das „Daishō-gaku" (das Tragen eines aufeinander abgestimmten Paares aus langen und kurzen Schwertern) war ein wesentlicher Bestandteil der formalen Samurai-Kleidung und wurde bei offiziellen Anlässen wie Daimyo-Prozessionen, Audiencen beim Shogun und Zeremonien wie Hochzeiten und Beerdigungen verlangt.
„Tsuji-giri" bezeichnet die Handlung, unvorsichtige Fußgänger auf überfüllten Straßen zu zerschneiden. Vom späten Sengoku bis zur frühen Edo-Zeit nahmen die Vorfälle zu, in denen Samurai unschuldige Menschen unter dem Vorwand des „Testens" ihrer Klingen töteten.
Das Edo-Shogunat ging hart gegen Tsuji-giri vor:
Als Ergebnis der Tsuji-giri-Beschränkungen wurde „Schwerterziehen außer in legitimer Selbstverteidigung" zu einem ungeschriebenen Gesetz der Edo-Gesellschaft.
Die sozialen Auswirkungen dieses Verbots:
1701 (Genroku 14) ereignete sich ein Vorfall im „Kiefern-Korridor" (Matsu no Rōka) der Edo-Burg, in dem Asano Takumi-no-Kami, Daimyo von Akō, sein Schwert gegen Kira Yoshinaka zog. Dies stellt den größten „Schwertzieh-Skandal" in der japanischen Geschichte dar.
Das Ziehen einer Klinge innerhalb der Burg des Shoguns war eines der schwersten Tabus, und Asano wurde angeordnet, noch am selben Tag Seppuku zu begehen. Der „Chūshingura"-Vorfall des folgenden Jahres – der Überfall der Akō-Ronin – war eine direkte Folge dieser Angelegenheit.
Dieser Vorfall liefert die beste Evidenz dafür, wie ernst die Handlung des Schwertziehens in der Edo-Zeit war.
Die Reisetagebücher von Daimyo-Prozessionen enthalten verschiedene Aufzeichnungen über Schwerter:
Lagerung an Haltestellen: In Herbergen wurden die Schwerter der Daimyo und Gefolgsleute auf speziellen Schwertgestellen (katanakake) gelagert. Einige Gasthöfe hatten eigene Räume für Schwertlagerung.
Überprüfung an Kontrollpunkten: An den Kontrollpunkten des Shoguns wurden Waffen streng unter der Richtlinie „Schusswaffen rein, Frauen raus" kontrolliert. Die Schwerter der Daimyo-Prozession wurden gegen Reisedokumente überprüft, die als „Soejō" (beigefügte Zertifikate) bekannt waren.
Nach über 200 Jahren Schwertpolitik durch das Tokugawa-Shogunat, das eine Kultur des „Tragens, aber nicht Ziehens von Schwertern" pflegte, wurde das Abschaffungsedikt (1876), das nach der Meiji-Restauration erlassen wurde, von der Samurai-Klasse nicht als „praktischer Verlust", sondern als „Identitätsverlust" wahrgenommen.
„Seines Schwertes beraubt zu werden bedeutet, die Existenz als Samurai verleugnet zu bekommen" – dieses Gefühl entstand gerade weil Schwerter während der gesamten Edo-Zeit als Statussymbole funktioniert hatten.
Die Kombination von Sankin-kotai und dem Verbot von Tsuji-giri schuf eine Schwertkultur, die in der Weltgeschichte einzigartig ist. In der Ära, in der Schwerter von der größten Anzahl von Menschen besessen wurden, wurden sie am wenigsten verwendet – dieses Paradoxon verkörpert die „Befriedung" der Schwerter in der Edo-Zeit.
Die Tatsache, dass wir heute die „Schönheit des japanischen Schwertes" schätzen können, verdankt sich der Geschichte der Samurai der Edo-Zeit, die ihre Klingen sorgfältig pflegten und weitergaben, ohne sie zu ziehen.
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