* Bild nur zu Illustrationszwecken.Nakano Takeko
中野竹子
Weibliche Samurai
Beschreibung
Tochter eines Aizu-Vasallen
Nakano Takeko wurde in Edo (Musashi-Provinz) als Tochter von Nakano Heinai (Tadayori), einem Vasallen der Aizu-Domäne, geboren. Ihr Geburtsjahr ist umstritten: einige Quellen nennen 1847 (Kōka 4), andere 1850 (Kaei 3). Ihre Mutter war Kōko; sie hatte eine jüngere Schwester Yūko und einen jüngeren Bruder Toyoki. Takeko studierte Naginata und Kurzwaffe unter Kurokōchi Kanenori und erreichte Meisterschaftsniveau in dieser Schule. Sie war gleichermaßen versiert in Schrifttum: Sie studierte Kalligraphie unter Sase Tokusho und hatte die konfuzianischen Klassiker sowie Geschichtswerke bereits mit vierzehn oder fünfzehn Jahren vollendet. Sie ist auch als Schreiberin der Gemahlin des Daimyō von Niwase überliefert.
Der Boshin-Krieg und eine Frauenkompanie
Im achten Monat von 1868 (Keiō 4), als die kaiserliche Armee auf die Burgstadt Aizu-Wakamatsu vorrückte, beschloss Takeko, sich mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und anderen Familienfrauen bewaffnet ins Feld zu begeben. Da sie Wakamatsu Castle nicht betreten konnte, formierte sie eine mit Naginata bewehrte Kompanie aus sich, Kōko, Yūko und anderen und schloss sich der von Furuya Sakuzaemon befehligten Shōhōtai an. Die späteren Traditionen nennen diese Frauengruppe Jōshitai (auch Jōshigun oder Fujotai geschrieben), doch der Name war nie eine feste offizielle Bezeichnung innerhalb der Domänenstruktur; die Quellen variieren in ihrer Darstellung. Dass Frauen in dieser Zeit überhaupt zu Waffen griffen und auf dem Schlachtfeld standen, war außergewöhnlich selten.
Die Schlacht bei Namida-bashi und ihr Tod
Am fünfundzwanzigsten Tag des achten Monats (10. Oktober nach modernem Kalender) engagierten sich die Frauen bei Yanagi-bashi, der "Tränenbrücke" (Namida-bashi), während des Vormarsches von Aizu-Bange gegen Wakamatsu mit kaiserlichen Truppen. Takeko kämpfte mit ihrer Naginata, fiel aber nach einem Kopfschuss; eine andere Quelle berichtet statt dessen von einem Thoraxschuss. Um zu verhindern, dass ihr Kopf in Feindeshand fiel, vollzog ihre Schwester Yūko den Gnadenstoß und trug den Kopf vom Schlachtfeld. Ihr Sterbealter wird meist mit zwanzig angegeben, doch auch achtzehn und zweiundzwanzig sind überliefert – ein Beleg der Unsicherheit über ihr Geburtsjahr. Ihr Kopf wurde in Hōkai-ji in Aizu-Bange begraben.
Die erhaltene Naginata und ihr Todesgedicht
Hōkai-ji bewahrt eine Naginata, die als Takecos eigene überliefert ist. Der Schaft misst fünf shaku und drei sun (etwa 151 cm), die Klinge ein shaku und fünf sun (etwa 30 cm); die Spitze ist abgesplittert und trägt Schlagmarken echter Kämpfe. Eine Naginata, die Yūko verwendet haben soll, wird im Aizu Bukeyashiki Museum aufbewahrt. Der Überlieferung nach band Takeko beim Auszug zum Kampf einen Papierstreifen mit ihrem Todesgedicht an den Schaft ihrer Naginata:
Verglichen mit den wilden Herzen von Kriegern vermag mein schwaches Selbst kaum zu zählen.
Der Vers ist bescheiden, trägt aber großes Gewicht – als Worte jemandes, der sich selbst auf das Schlachtfeld begeben hatte.
Spätere Verehrung
In Hōkai-ji stehen ihr Grab und ein Gedenkstein mit der Inschrift "Aa Sōretsu" (Ach, Tapfere). 1938 wurde an Yukawabata ein Monument errichtet, das Nakano Takeko Junsetsu no Chi Denkmal, das den Ort ihres Todes markiert und mit ihrem Todesgedicht beschriftet ist. Die Stadt Aizu-Bange würdigt sie durch Publikationen wie eine Kurzbiographie und Wanderwege, die bedeutsame Orte ihres Lebens verbinden. Ihre Darstellung in der NHK-Historienproduktion 2013 Yae no Sakura verschaffte ihr breite Anerkennung als Symbolfigur des Aizu am Ende der Edo-Periode. Das Bild einer Frau, die mit Naginata bewaffnet in den Krieg zieht, ist auch in der Waffengeschichte Japans von Bedeutung – als konkreter Beleg dafür, wie verbreitet die Kampfausbildung in der Samurai-Gesellschaft war.
Bekannte Schwerter
- Naginata (Stangenwaffe)