* Bild nur zu Illustrationszwecken.Urashima Kotetsu
浦島虎徹
Auch bekannt als: Urashima Tarō Horimono Kotetsu
Beschreibung
Ueberblick ueber Urashima Kotetsu - Ein Wakizashi mit Urashima Taro eingraviert auf der Nackenseite
Urashima Kotetsu ist ein Wakizashi (Kurzschwert), gefertigt von Nagasone Kotetsu Okisato (aktiv etwa waehrend der Kan'ei bis Enpo Aera, fruehe Edo-Zeit), dem repraesentativen Meisterschmied der fruehen Edo-Zeit. Kotetsu folgte einem unkonventionellen Weg, kam aus der Provinz Echizen nach Edo und wechselte von der Ruestungsherstellung zur Schwertfertigung. Berichten zufolge begann er seine Karriere als Schwertschmied nach dem fuenfzigsten Lebensjahr. Trotz dieses ungewoehnlichen Anfangs erwarb er sich durch seine aussergewoehnliche Faehigkeit Anerkennung als bester Schwertschmied der Shinto-("Neues Schwert")-Aera, und seine Klingen wurden von der Tokugawa-Shogunats und Daimyo-Herren geschaetzt. Der Name "Urashima Kotetsu" leitet sich von einer Gravur (horimono) auf der Nackenseite ab, die die Gestalt des Urashima Taro abbildet. Waehrend horimono auf vielen Kotetsu-Werken vorkommen, zeichnet sich diese Klinge durch die Pfiffigkeit ihrer Komposition und die Praezision ihrer Schnitzarbeit aus, was ihr den Alternamen "Urashima Taro-geschnitzte Kotetsu" einbrachte.
Die Klinge misst ungefaehr 34,1 cm (ein Shaku ein Sun vier Bu) Klingenlaenge und ist ein Wakizashi von beeindruckender Praesenz, mit relativ breiter Klingenbreite und maessig dicker Rueckseite. Das hamon (Haertemuster) basiert auf gunome-midare mit reichlich nie (grobes Martensit) entlang der ha (Schneide), und die nioiguchi (Grenzlinie der gehaerteten Schneide) ist scharf und deutlich. Das jihada (Oberflaechen-Korngefuege) zeigt dicht geschmiedetes ko-itame (feines Holzkorngefuege), mit feinen ji-nie (Kornmartensit) und ruhiger hada-dachi (Kornprominenz), wobei Kotetsu's charakteristische verfeinerte Schmiedelinie verkoepert wird. Das boshi (Spitzenhaerrtemuster) ist ko-maru (kleine Rundung) mit kaeri (Rueckkehr), fertiggestellt im yakizume-Stil. Die Klinge verkoepert die quintessenzielle Kotetsu-Aesthetik - eine Fusion aus martialischer Robustheit und verfeinerter Sophistiziertheit.
Dieses Schwert wurde an die Familie Ikeda, Herren der Domane Tottori, weitergegeben und wird gegenwaertig in einer Privatsammlung aufbewahrt, gelegentlich in Sonderausstellungen gezeigt. Kotetsu's Ruf stieg waehrend der spaeten Edo- bis Meiji-Zeit, als Kondo Isami, Kommandant der Shinsengumi, beruehmt ein Kotetsu wielded und es als wazamono (eine Klinge von ueberlegener Schneidfaehigkeit) lobte. In diesem Zusammenhang wurde Urashima Kotetsu seit der Edo-Zeit als "Meisterwerk des Kotetsu" gefeiert und haelt einen unterschiedlichen Wert neben anderen renommierten Kotetsu-Klingen wie Hachisuka Kotetsu. Die Urashima-Gravur auf der Nackenseite ist mehr als nur Dekoration - sie ist ein wertvolles Kulturerbe, das die Gelehrsamkeit und den verspielten Geist des Schwertschmieds ueber die Jahrhunderte hinweg vermittelt.
Legenden & Geschichten
## Urashima Taro auf einer Schildkroete - Das Horimono, das vom aesthetischen Sinne des Schwertschmieds spricht Das horimono des Urashima Taro, eingraviert auf dem nakago des Urashima Kotetsu, ist mehr als nur Dekoration - es ist ein wesentliches Zeugnis der Gelehrsamkeit und aesthetischen Sensibilitaet des Schwertschmieds Kotetsu. Die Legende des Urashima Taro erscheint in alten Texten wie dem Nihon Shoki und dem Man'yoshu, die die Geschichte eines Fischers erwaehlt, der eine Schildkroete rettet, zum Drachenpalast (Ryu-gujou) eingeladen wird, und bei seiner Rueckkehr eine Schmuckschatullte (tamatebako) oeffnet, nur um zum alten Mann zu werden. Waehrend der Edo-Zeit wurde dieses Maerchen, das den Ablauf der Zeit und die Sehnsucht nach Unsterblichkeit symbolisiert, weithin geliebt. Durch die Gravur dieses Motivs auf der Nackenseite koennte Kotetsu allegorisch ausgedrueckt haben, dass das Schwert ein "ewiger Schatz" ist, der durch die Aera weitergegeben werden soll. Kotetsu arbeitete urspruenglich als Ruestungsmacher und war berichten zufolge geschickt in Metallbearbeitung und Einlegetechniken. Diese Erfahrung pragte die Praezision seiner horimono, und die Nackenseiten-Gravur auf Urashima Kotetsu wird in Komposition und Linienfuehrung als erstklassig betrachtet. Die Muster auf der Schildkroetenschale, die Falten von Urashima's Gewand und die Unduliationen der Wellen sind alle mit metikuloeser Sorgfalt ausgefuehrt und brachten dieser Klinge Anerkennung als eine der besten Beispiele fuer Schwert-horimono in spaieteren Generationen ein. Waehrend der Edo-Zeit galt der Besitz eines Kotetsu-Schwertes als Ehre unter Daimyo und hatamoto (direkte Gefolgsmaenner des Shogun), aber Urashima Kotetsu erhielt Sonderbehandlung wegen der Schoenheit seiner Gravur. Ein hatamoto bemerkte beruehmt, "Kotetsu-Schwerter sind zum Schneiden; Urashima Kotetsu ist fuer Eleganz," wobei er seinen Wert als Waffe und Kunstwerk anerkannte. Als Kondo Isami's Bewunderung fuer Kotetsu waehrend der Bakumatsu-Zeit einen Boom ausloeste, ueberschwemmten viele Faelschungen den Markt. Allerdings waren Klingen mit horimono wie Urashima Kotetsu schwer zu faelschen, und das Vorhandensein der Urashima-Gravur diente als partieller Beweis fuer Authentizitaet. Bis heute bleibt das "Urashima horimono" ein wichtiger Hinweis in der Kotetsu-Gelehrsamkeit unter Schwertbegeisterten.