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July–September 1189 (Bunji 5)
Provinzen Mutsu und Dewa (heutige Präfekturen Iwate, Miyagi, Akita und Yamagata)
Kräfte
Minamoto no Yoritomo Forces (Kamakura Shogunate)
Ōshū Fujiwara Clan
Etwa 4 Min. Lesedauer
Im Sommer 1189 führte Minamoto no Yoritomo einen massiven Feldzug in den Norden, um Fujiwara no Yasuhira, den Herrn von Ōshū, zu zerschlagen — die letzte bedeutende Macht, die das Kamakura-Shogunat herausfordern konnte. Der Feldzug beendete eine der glänzendsten Regionalkulturen des mittelalterlichen Japan und verfestigte Kamakuras Herrschaft über das gesamte Land.
Die Ōshū-Fujiwara hatten über vier Generationen hinweg eine goldene Zivilisation in Hiraizumi aufgebaut, die Kyoto an kultureller Raffinesse ebenbürtig war. Ihre Macht beruhte auf Ōshūs außergewöhnlichen Eisen- und Goldressourcen — denselben Ressourcen, die Nordostjapan schon lange zu einem Zentrum der Schwertschmiedkunst gemacht hatten. Die Klingen, die von Fujiwara-Gefolgsleuten getragen wurden, waren Produkte einer eigenständigen nördlichen Handwerkskunst, geformt durch die eisenhaltige Geologie der Region.
Der Vorwand für den Feldzug war Yasuhiras Tötung von Minamoto no Yoshitsune, der in Ōshū Zuflucht gesucht hatte. Yoshitsune beging Suizid am Koromo-Fluss, als Yasuhiras Truppen seine Burg angriffen — und beendete damit ein Leben, das in der Legende wegen seines militärischen Genies berühmt wurde. Yoritomo akzeptierte Yoshitsunes abgetrennten Kopf, startete aber trotzdem den Feldzug. Yasuhiras Verteidigungsstellungen wurden bei Atsukashiyama (heutiges Fukushima) überwältigt, und der Feldzug wurde schnell zur Niederlage. Yasuhira floh nach Norden und wurde im September 1189 von seinem eigenen Gefolgsmann getötet.
Die Zerstörung von Hiraizumi war kulturell katastrophal. Ein großer Teil der angesammelten Schätze des Fujiwara-Clans, einschließlich Schwerter von beträchtlicher Qualität, wurde zerstreut oder verloren. Der erhaltene Konjikidō (Goldene Halle) des Chūsonji-Tempels steht heute als einziges intaktes Überbleibsel dieser verschwundenen Zivilisation. Danach bestellte Yoritomo Kamakura-Verwalter in ganz Ōshū ein und vollendete seine nationale Herrschaft. Die Eroberung von Ōshū markiert den Moment, in dem das Zeitalter der regionalen Kriegerautonomie endete und das Zeitalter der zentralisierten Militärregierung begann.