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* Bild nur zu Illustrationszwecken.Die shirasaya ist eine ausschließlich zur Aufbewahrung und Lagerung bestimmte Scheide, die ohne jegliche Lackierung oder Verzierung aus dem natürlichen Holzmaterial gefertigt wird. Im Gegensatz zum koshirae des Nihontō — der verzierten Scheide zum tatsächlichen Tragen und Gebrauch — ist die shirasaya ein rein funktionaler Behälter zur Langzeitlagerung der Klinge in optimalem Zustand.
Die Qualität der shirasaya wirkt sich unmittelbar auf den Erhaltungszustand der Klinge aus. Luftfeuchtigkeit, Erschütterungen, die Kontaktfläche mit der Klinge und die Belüftung — all das wird durch das Material und die Präzision der shirasaya bestimmt. Daher gilt die Anfertigung einer shirasaya nicht als einfache Holzarbeit, sondern als Aufgabe eines Fachhandwerkers mit tiefem Verständnis der metallurgischen Eigenschaften des Nihontō.
Die shirasaya verfügt weder über tsuka noch über tsuba wie ein koshirae. Der Sayashi richtet die Abmessungen des Innenraums und der Scheidenöffnung nach dem habaki aus — dem Metallstück, das an der Klinge angebracht bleibt, sie in der Scheide fixiert und einen Spalt an der Scheidenöffnung verhindert. Auch wenn ein koshirae neu angefertigt oder repariert wird, ist es üblich, die Klinge zunächst in der shirasaya zu verwahren und so zu schützen; die shirasaya übernimmt dabei eine unverzichtbare Mittlerfunktion bei der Pflege des Nihontō.
Der Shirasayashi gilt unter den mit dem Nihontō befassten Handwerkern oft als „unscheinbare Erscheinung", doch seine Geschichte reicht bis in die Kamakura-Zeit zurück. Nachdem das Schwert ab der Muromachi-Zeit zunehmend als Kunstwerk wahrgenommen wurde, wurde die shirasaya als Aufbewahrungsscheide unverzichtbar, und unter den Sayashi entstanden Handwerker, die sich ausschließlich auf die shirasaya spezialisierten.
In der Edo-Zeit wurde es zur Gepflogenheit, die shirasaya anlässlich der von der Honami-ke durchgeführten Schwertbegutachtung und -politur in Ordnung zu bringen. Die Anfertigung einer neuen shirasaya für ein frisch poliertes Schwert galt teilweise als Aufgabe des Togishi, und die Techniken von Togishi und Shirasayashi waren eng miteinander verknüpft.
In der Gegenwart gibt es landesweit nur noch einige Dutzend Shirasayashi, die sich auf Tōkyō, Kyōto und Ōsaka konzentrieren. Da Neuanfertigung und Instandsetzung der shirasaya bei Kauf, Verkauf und Restaurierung von Schwertern ein unverzichtbarer Schritt sind, ist die Beziehung zwischen Schwerthändlern und Shirasayashi auch heute eng. Die Arbeit des Shirasayashi tritt selten in den Vordergrund, doch das System, bei dem Togishi, Sayashi und Schwerthändler Informationen miteinander teilen und gemeinsam an einem Schwert arbeiten, besteht bis heute fort.
Das am weitesten verbreitete Material für die shirasaya ist das Hōnoki-Holz.
Im Gegensatz dazu werden harzreiche Nadelhölzer wie Matsu (Kiefer) als Material für die shirasaya gemieden. Da Harz an der Klinge haften und Rost begünstigen kann, denken Shirasayashi bereits bei der Holzauswahl in erster Linie an die Auswirkungen auf die Klinge.
Für besondere shirasaya werden auch Kuwa (Maulbeere), Kiri (Paulownie) und Kaki verwendet. Kuwa zeichnet sich durch hohe Haltbarkeit aus, Kiri ist leicht und verfügt über hervorragende Feuchtigkeitsregulierung, und Kaki enthält aus Shibugaki (Bitterkaki) gewonnenes Kaki-Tannin, dem eine konservierende und insektizide Wirkung zugeschrieben wird.
1. Kidori: Aus dem Holz wird der für die Scheide geeignete Teil ausgewählt. Maserung, Äste und etwaige Risse werden beurteilt, und der Teil ausgewählt, der Festigkeit und Bearbeitbarkeit vereint. Das Holz sollte idealerweise mindestens drei bis fünf Jahre an der Luft getrocknet sein. Unzureichend getrocknetes Holz verformt sich nach der Fertigstellung, wodurch sich der Sitz der Klinge verändert — ein gefährlicher Mangel.
2. Wari: Das Holz wird der Länge nach gespalten und in zwei Bretter aufgeteilt, aus denen der Innenraum — der Hohlraum zur Aufnahme der Klinge — herausgearbeitet wird. Die Richtung der Maserung wird geprüft und darauf geachtet, dass sie parallel zur Klinge verläuft.
3. Aushöhlen des Innenraums: Die Innenseiten der beiden Bretter werden präzise in der Form der Klinge ausgehöhlt. Der Idealzustand ist, dass die Klinge durch ihr Eigengewicht langsam in die Scheide gleitet — weder zu eng anliegend noch zu locker —, und das ist das angestrebte Ergebnis. In diesem Arbeitsschritt dient auch die Form des habaki als Richtwert; die Umgebung der Scheidenöffnung (kōguchi) wird passgenau an die Dicke des habaki angepasst und ohne Spalt fertiggestellt.
4. Verklebung und Formgebung: Die beiden ausgehöhlten Bretter werden mit Reisleim (komenori) zusammengeklebt und die Außenseite in die endgültige Scheidenform gebracht. Reisleim wird verwendet, weil die Scheide zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgetrennt und repariert werden kann — eine rationale Erwägung.
5. Anbringen von kurigata und kojiri: Zugehörige Teile wie kōguchi, kurigata und kojiri werden angebracht.
6. Abschließendes Schleifen: Die Außenfläche der Scheide wird mit Schleifpapier und Schleifstein geglättet, um die schöne natürliche Holzoberfläche zum Vorschein zu bringen.
7. Tameshiire: Die fertige Scheide wird probeweise mit der Klinge bestückt, um das Gefühl beim Heraus- und Hineinschieben sowie den Sitz an der Scheidenöffnung zu überprüfen. Sollte es dabei Mängel geben — sei es, dass die Bewegung schwergängig oder zu locker ist —, wird der Innenraum an dieser Stelle noch einmal feinjustiert, um die endgültige Fertigstellung zu erzielen.
Auf der Oberfläche der shirasaya werden gelegentlich von Sachverständigen, die die Klinge begutachtet und poliert haben, mit Tusche und Pinsel Informationen wie die mei und die Entstehungszeit eingetragen — eine Praxis, die als sayagaki bezeichnet wird. Das sayagaki ist ein für die shirasaya charakteristischer Brauch und wird an der Scheide des lackierten koshirae in der Regel nicht vorgenommen. Gerade weil es sich um unbehandeltes Holz handelt, nimmt es Tusche an und dient so als Aufzeichnung, die bei späterer Überprüfung der Klinge wertvoll ist. Beim Kauf, Verkauf und der Aufbewahrung von Schwertern ist das auf der shirasaya eingetragene sayagaki ein Anhaltspunkt, der die Herkunft der Klinge überliefert.
Um eine in der shirasaya aufbewahrte Klinge dauerhaft in gutem Zustand zu erhalten, sollten auch die Eigentümer einige Punkte beachten.
Grundsätzlich sollte die Klinge nicht mit bloßen Händen berührt werden. Hautfett und Schweiß können anhaften und dort Rost verursachen. Beim Betrachten der Klinge verwendet man ein sauberes Tuch oder Washi und achtet darauf, die Schneide nicht direkt zu berühren.
Als Aufbewahrungsort wählt man einen Platz, der vor direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen geschützt ist und an dem sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit möglichst wenig verändern. Orte mit schlechter Belüftung und hoher Feuchtigkeitsneigung, wie der hintere Teil von Wandschränken oder Kleiderschränken, sollten gemieden werden.
Auch beim Heraus- und Hineinschieben der Klinge aus der Scheide ist es wichtig, keine übermäßige Kraft aufzuwenden. Erzwingt man das Hineinschieben, weil es schwergängig ist, besteht die Gefahr, den Innenraum zu beschädigen oder die Scheide selbst zu spalten. Bei Problemen mit dem Heraus- oder Hineinschieben ist es ratsam, auf übermäßige Kraftanwendung zu verzichten und stattdessen einen Shirasayashi oder Schwerthändler zu konsultieren.
Darüber hinaus kann die shirasaya mit der Zeit durch Austrocknung des Holzes oder Rissbildung infolge von Trockenheit beeinträchtigt werden. Regelmäßige Sichtprüfungen des Scheidentzustandes und frühzeitige Konsultation eines Fachmanns bei Auffälligkeiten tragen zum langfristigen Schutz der Klinge bei.
Die größte Herausforderung ist der Nachwuchsmangel. Die Aneignung der Techniken erfordert eine Lehrzeit von mindestens fünf bis zehn Jahren, und selbst nach der Selbstständigkeit vergeht erhebliche Zeit, bis ein stabiles Einkommen erzielt werden kann.
Auch die Beschaffung von qualitativ hochwertigem Hōnoki-Holz wird schwieriger. Von Handwerkern ist zu hören, dass die Vernachlässigung der Waldwirtschaft und der Niedergang der Forstwirtschaft es zunehmend schwierig machen, ausreichend getrocknetes und geeignetes Holz zu beschaffen.
Andererseits ist die Nachfrage nach shirasaya-Reparatur und -Neuanfertigung vor dem Hintergrund des wachsenden Interesses an Schwertern stabil; dass junge Schwertliebhaber als neue Auftraggeber zunehmen, ist durchaus ein Hoffnungszeichen. Um diese Techniken und Traditionen sicher an die nächste Generation weiterzugeben, ist die Unterstützung durch eine Zusammenarbeit von Branche, Behörden und Liebhabern gefragt.
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