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* Bild nur zu Illustrationszwecken.Der Teil des Nihontō, der im tsuka (hilt) steckt — das nakago (tang) —, ist für gewöhnlich hinter saya (scabbard) und tsuka dem Blick entzogen. Bei der Begutachtung (kantei) einer Klinge jedoch ist das nakago die wichtigste Informationsquelle, um Urheber und Entstehungszeit zu bestimmen. Besonders das Ende des nakago — die der Schneide gegenüberliegende Spitze — wird als „nakagojiri" bezeichnet; in seiner Form zeigen sich Handwerksweise und Ästhetik des Tōkō.
Der nakagojiri ist neben dem mekugiana (mekugi-Loch), der mei (signature) und dem yasurime (file marks) ein unverzichtbares Merkmal, wenn es darum geht, eine Klinge zu beschreiben.
Der nakagojiri weist mehrere Standardformen auf, von denen jede einen eigenen Namen trägt. Im Folgenden werden die bekanntesten aufgeführt.
| Bezeichnung | Merkmale |
|---|---|
| kurijiri | Gerundete Form wie eine Kastanie; gilt als häufigste nakagojiri-Form |
| kengyō | Beidseitig zugespitzt und nach Art des kissaki geformt |
| iriyamagata | Asymmetrische Form mit unterschiedlichen Winkeln auf mune- und Schneidenseite, sodass eine einspringende Bergspitze entsteht; häufig bei bestimmten Schulen anzutreffen |
| ichimonji | Gerade abgeschnitten |
Diese Formen sind keine reine Dekoration, sondern spiegeln die Schultradition und den Zeitgeschmack des Tōkō wider. So soll iriyamagata etwa häufig bei Klingen der Mino-Schule vorkommen; die Form des nakagojiri kann daher Hinweise auf den Urheber liefern.
Die Formgebung des nakagojiri erfolgt im Arbeitsschritt der nakago-Fertigstellung nach dem yaki-ire (quenching). Der Tōkō verwendet yasuri und tagane, um das Ende entsprechend der gewählten Standardform zu bearbeiten. In der feinen Rundung und Winkelführung zeigen sich die individuellen Eigenheiten des jeweiligen Tōkō.
Das nakago wird anders als die Klinge nicht durch togi bearbeitet; die Spuren von Hammer und yasuri aus der Entstehungszeit sowie die jihada des geschmiedeten Eisens bleiben unverändert erhalten. Daher werden die Sorgfalt der nakagojiri-Verarbeitung und die Eigenheiten der Form unverfälscht an die Nachwelt weitergegeben und bilden zuverlässige Belege zur Bestimmung des Urhebers.
Auf der Oberfläche des nakago bringt der Tōkō Rillen auf, die als yasurime (file marks) bezeichnet werden. Sie dienen dem praktischen Zweck, die Reibung zwischen nakago und tsuka zu erhöhen und die Befestigung zu verbessern, haben aber zugleich die Bedeutung einer Art Signatur des Tōkō. Das yasurime kennt viele Ausprägungen wie sujikai, kattesagari oder higaki, die je nach Schule charakteristisch sind.
Unter den yasurime werden jene, die dekorativ nahe des nakagojiri oder entlang der Kante des nakago angebracht werden, als „keshōyasuri" bezeichnet. Es handelt sich um kurze Feilenstriche, die zusätzlich zum eigentlichen yasurime als Zierde gesetzt werden — etwa im oberen Bereich des nakago —, um das Erscheinungsbild zu verfeinern; sie finden sich besonders häufig bei Klingen ab der shintō-Periode. Ob und wie keshōyasuri vorhanden ist, liefert ebenfalls Hinweise auf Entstehungszeit und Urheber.
Zu beachten ist, dass die Form des nakagojiri nicht stets im ursprünglichen Zustand erhalten ist. Wurde zu einem späteren Zeitpunkt ein „suriage (shortening)" vorgenommen — also die Klingenlänge verkürzt —, wird das nakago vom unteren Ende her beschnitten, und die ursprüngliche nakagojiri-Form geht verloren. Exemplare, bei denen durch umfangreiches suriage sogar die mei verloren gegangen ist, werden als „ō-suriage mumei" bezeichnet; unter alten tachi, die ursprünglich in großer Länge gefertigt wurden, ist dieser Zustand nicht selten.
Die ursprüngliche nakagojiri-Form bleibt demnach nur beim „ubu-nakago" — dem nakago im Originalzustand — erhalten. Beim Betrachten des nakago sollte man daher zunächst klären, ob es sich um ein ubu-nakago oder um suriage handelt; das ist der Ausgangspunkt jeder Beobachtung. Ob suriage vorgenommen wurde, lässt sich aus der Zahl und Position der mekugi-Löcher, dem Abschneiden des yasurime-Musters sowie Unterschieden in der Rostfarbe des nakago insgesamt beurteilen.
Im Folgenden sind die Schritte zusammengefasst, die bei der tatsächlichen Beobachtung des nakago zu beachten sind.
Was beim Umgang mit dem nakago unbedingt zu vermeiden ist, ist das Entfernen des Rostes. Rost und yasurime des nakago sind Primärquellen, in denen Informationen aus Hunderten von Jahren gespeichert sind; werden sie poliert oder chemisch gereinigt, gehen diese Informationen unwiederbringlich verloren. Auch bei der Begutachtung wird jede Spur von Eingriffen am nakago als erheblicher Minuspunkt gewertet. Die Pflege sollte auf die Klinge beschränkt bleiben; das nakago sollte nur leicht mit einem trockenen, weichen Tuch abgewischt werden.
Nakagojiri und keshōyasuri sind im Vergleich zu hamon und jigane der Klinge unscheinbare Elemente. Gerade weil sie im tsuka verborgen und dem Blick entzogen sind, werden sie jedoch selten verändert und überliefern die Spuren der Hand des Tōkō aus der Entstehungszeit zuverlässig. Dies ist der Grund, warum Gutachter dem nakago große Bedeutung beimessen.
Wenn sich die Gelegenheit ergibt, eine Klinge in die Hand zu nehmen, sollte man auch Form des nakagojiri und yasurime-Muster in den Blick nehmen. In der Rundung des kurijiri, im Winkel des iriyamagata, in den feinen Linien des keshōyasuri — in jedem einzelnen Detail ist still die Handwerksweise des Schmieds und die Ästhetik seiner Zeit eingraviert.
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