* Bild nur zu Illustrationszwecken.Tomokirimaru
友切丸
Auch bekannt als: Tomokirimaru; früherer Name von Higekiri, dem Geisterschlacht des Genji-Clans
Beschreibung
Übersicht der Klinge
Tomokirimaru ist als früherer Name des heiligen Tachi Higekiri bekannt, der über die legitime Linie des Minamoto-Clans weitergegeben wurde und ein Prachtstück des Minamoto-Clans ist, das in der späten Heian-Zeit gefertigt wurde. Es ist im Kitano-Tenmangu-Schrein (Bezirk Kamigyo, Kyoto) untergebracht und bewahrt sowie als Wichtiges Kulturgut ausgewiesen. Der Name „Tomokirimaru" stammt aus einer unheilsvollen Legende, in der der Schwerthalter versehentlich einen Gefährten (einen Mitgefangenen) hieb, der im selben Kerker inhaftiert war, und es wird berichtet, dass die Klinge daraufhin in „Higekiri" umbenannt wurde. Diese Umbenennung selbst stellt eine wichtige kulturhistorische Tatsache dar, die die spirituelle Natur von Schwertern und Benennungsbräuche in der Heian-Zeit demonstriert.
Beziehung zu Higekiri und das Geheimnis der Benennung
Die vorherrschende wissenschaftliche Ansicht besagt, dass Tomokirimaru und Higekiri mehrere Namen sind, die ein und demselben Tachi gegeben wurden. Der Tachi, der im Minamoto-Clan weitergegeben wurde, hat eine Geschichte, in der er je nach Halter, Zeitraum und Überlieferungen mehrere Namen trug. In der Heian-Zeit-Kultur der Schwertbenennung wurde angenommen, dass die spirituelle Natur eines Schwertes durch seinen Namen gelenkt und geprägt wurde, und es bestand die Gewohnheit, die spirituelle Essenz eines Schwertes durch Umbenennung zu erneuern, wenn es unheilvoll Erfahrungen gebracht hatte. Die Umbenennung von Tomokirimaru zu Higekiri exemplifiziert diese Praxis.
Weitergabe als spiritueller Schwert des Minamoto
Minamoto no Mitsunaka (912–997) war ein Krieger, der den Grundstein für die Seiwa Genji legte und seine Basis in Tada in der Provinz Settsu errichtete. Es wird berichtet, dass Mitsunaka ein Paar großer Schwerter schmieden ließ, wobei er eines „Higekiri" (oder Tomokirimaru) und das andere „Hizamaru" nannte. Dieses Schwertpaar wurde über Generationen hinweg als symbolische kostbare Schwerter der Seiwa Genji weitergegeben und von Minamoto no Yorimitsu, Yorinobu und Yoshiie geerbt.
Aufbewahrung im Kitano-Tenmangu-Schrein
Gegenwärtig ist Tomokirimaru (Higekiri) im Kitano-Tenmangu-Schrein untergebracht und bewahrt. Die Aufbewahrung dieses heiligen Schwertes, das mit dem Minamoto verbunden ist, im Kitano-Tenmangu-Schrein spiegelt die komplexen historischen Umstände an der Schnittstelle von Hofkultur, Kriegerkultur und Schreinkultur der Heian-Zeit wider und zeigt, dass dieser Tachi als kulturelle und religiöse Entität positioniert wurde, die über bloße Waffen hinausgeht.
Legenden & Geschichten
## Vom Tomokirimaru zum Hizakiri—Warum der Name des Schwertes sich ändert In der Heian-Zeit war das Verleihen eines Namens an ein Schwert nicht bloß ein Mittel der Identifizierung, sondern ein Akt der sprachlichen Kontrolle und Lenkung der geistigen Natur, die im Schwert wohnte. Der Name „Tomokirimaru" zeigte an, dass dieses große Schwert die unheilvollen Eigenschaften des „Freundeszerschlagens" besaß – das heißt, den Freund des Besitzers versehentlich zu verletzen. Man glaubte, dass solch gefährliche Schwerter ihre geistige Natur durch Umbennenung erneuern konnten. Der neue Name „Hizakiri" soll auf einer Legende basieren, wonach das Schwert den Bart eines Gefangenen abschnitt, was eine Verschiebung der Bennennung des Schwertes von der Richtung des „Freundeszerschlagens" zu „Zerschlagen von Verbrechern und Dämonen" darstellte – eine Umwandlung der geistigen Ausrichtung der Klinge. Diese Tradition der Umbennenung verdeutlicht klar die kulturelle Weltanschauung der Menschen der Heian-Zeit, die Schwerter als geistige Wesen betrachteten und versuchten, ihre geistige Kraft durch die Namensgebung zu lenken. ## Minamoto no Raiko und die Bezwingung des Dämons Minamoto no Raiko (948–1021) war der älteste Sohn des Minamoto no Mitsunaka und ein großer General, der die kriegerische Macht des Minamoto-Klans begründete. Er soll die Vier Himmlischen Könige des Raiko angeführt und Räuber und böse Dämonen in verschiedenen Regionen besiegt haben. Die berühmteste Legende über das dämonenbezwingende Schwert Hizakiri (Tomokirimaru) ist die Geschichte, in der Watanabe no Tsuna, einer der Vier Himmlischen Könige des Raiko, den Arm eines Dämons an der Brücke Ichijo Modorihashi (oder am Rashomon-Tor) abschlug, worauf das Schwert „Onigiri" oder „Onigiri-maru" genannt wurde. Als Symbol der kriegerischen Macht des Minamoto-Klans ist Tomokirimaru (Hizakiri) seit tausend Jahren verehrt. ## Kitano Tenmangu als heiliger Ort und die Heiligkeit des Schwertes Das Kitano Tenmangu ist ein Schrein, das Sugawara no Michizane (845–903) gewidmet ist, der als Gott des Lernens und der Künste verehrt wird, und wurde zur Besänftigung seines Rachgeistes errichtet. Die Tatsache, dass ein geistiges Schwert des Minamoto-Klans an diesem heiligen Ort zur Besänftigung eines Rachgeistes geweiht ist, wird als auf dem japanischen religiösen Gedanken beruhend verstanden, dass „das Zusammenbringen starker geistiger Kräfte an einem Ort ihre gegenseitige geistige Kraft verstärkt". Die Verbindung von Tomokirimaru – einem „Schwert mit der verfluchten Geschichte des Freundeszerschlagens" – mit einem „Schrein, der einen Rachgeist besänftigt", verkörpert ein tiefes Thema der japanischen Religionskultur: die Verwaltung und Harmonisierung geistiger Kraft.