* Bild nur zu Illustrationszwecken.Hatsukari
初雁
Auch bekannt als: Tachi der ersten Wildgänse
Beschreibung
Hatsukari ist ein Tachi aus dem späten Heian-Zeitalter, überliefert im Ko-Bizen-Stil. Der Name „Hatsukari"—bedeutend „die ersten Wildgänse", der erste Zug, der die kommende Herbstsaison ankündigt—wurde gegeben, weil die Gestalt der Klinge, anmutig und zugleich kühn, den Anblick eines Gänseschwarmes zu evozieren versprach, der rasch durch einen Herbsthimmel segelt. Es ist ein Tachi, das seit alters her sorgsam als einer der heiligen Schätze des Atsuta-Schreins verehrt worden ist.
Der Atsuta-Schrein ist als einer der drei großen Schreine Japans bekannt und beherbergt das Kusanagi-Schwert als seinen göttlichen Körper; in seinem Heiligtum und seiner Schatzkammer werden zahlreiche berühmte Schwerter aus dem Heian- und Kamakura-Zeitalter bewahrt. Hatsukari wird unter diesen als ein besonders ausgezeichnetes Beispiel eingeordnet; der Überlieferung des Schreins zufolge soll es von alten kaiserlichen oder adeligen Familien dargebracht worden sein, doch bleiben die Details offiziell unbestätigt.
Die Klinge exemplifiziert charakteristisch den Ko-Bizen-Stil des späten Heian-Zeitalters. Sie zeigt eine tiefe Wölbung, eine schlanke Tachi-Silhouette von anmutiger Noblesse, wobei antike Würde das Ganze durchdringt. Die Mihaba ist schmal, die Kasane etwas dick, und die Kissaki ist die verfeinerte Ko-Kissaki. Das Hamon konzentriert sich auf Ko-Midare oder Ko-Chōji mit einer hellen und klaren Nioi-Deki-Kante. Das Jigane zeigt dicht gepacktes Ko-Itame-Hada, das kristallklar und rein ist, mit tiefem Ji-Nie, das gleichmäßig durchzieht. Das Nakago bewahrt einen Zustand nahe des ursprünglichen Ubu-Nakago, das die ausgezeichnete Ko-Bizen-Schmiedekunst direkt bis zur Gegenwart vermittelt.
Es wird überliefert, Ko-Bizen-Tachi-Ästhetik zu verkörpern, doch sind die offiziellen Aufzeichnungen zu seiner gegenwärtigen Einstufung und Verwahrung spärlich.
Legenden & Geschichten
Die bekannteste Legende über Hatsukari betrifft die Umstände seiner Stiftung am Atsuta Schrein. Der alten Überlieferung nach erschien einem Heian-Hofmann in einem Traum ein göttliches Orakel — ein Bote der Großen Gottheit des Atsuta Schreins erschien an seinem Bettrand und befahl: »Bringet das tachi in eurem Besitz dar.« Am nächsten Morgen stiftete der Hofmann dem Atsuta Schrein das kostbarste Schwert im Besitz seiner Familie — die später Hatsukari genannte Klinge — und da sie sich als würdig für den göttlichen Willen erwies, soll seine Familie danach für viele Generationen gedeihen. Eine weitere im Atsuta Schrein bewahrte Überlieferung berichtet von der Herkunft des Namens »Hatsukari«. Vor langer Zeit beobachtete ein ehrfürchtiger Schreipriester, der dieses Schwert in der Schatzkammer reverentiell betrachtet hatte, eines frühen Herbstmorgens einen Schwarm wilder Gänse, der über das Schreingelände flog. Der anmutige Bogen und der kräftige Flug der Gänse verschmolzen in seinem Geist mit der Form der Klinge, die er die Nacht zuvor gesehen hatte — ihrer tiefen koshi-zori und schlanken, würdevollen Gestalt — und er murmelte unwillkürlich: »Wahrlich, dies ist das tachi der ersten Wildgänse.« So soll der Name entstanden sein. Der Atsuta Schrein ist Heimat vieler mystischer Schwertlegenden, beginnend mit dem Kusanagi no Tsurugi, und Hatsukari wird seit langem in dieser heiligen Atmosphäre als göttliches Schwert (kamitachi) von spiritueller Kraft verehrt. Eine mündliche Überlieferung besagt auch, dass bei bestimmten Festgelegenheiten ein mysteriöses Licht von der Schatzkammer ausging — und die spirituelle Präsenz des Schwertes als göttliches Schwert wird von denen im Schreingelände tief geglaubt.