* Bild nur zu Illustrationszwecken.Azamaru
あざ丸
Auch bekannt als: Azamaru, namenlose Wakizashi
Beschreibung
Azamaru ist eine unsignierte Wakizashi (Schwert mittlerer Länge) aus der späten Heian- bis Kamakura-Zeit, die als Kulturgut der Präfektur Aichi ausgewiesen ist und in Atsuta Jingū in Nagoya beherbergt wird.
Die Klinge misst 54,7 cm Länge (ha-chō) mit einer Krümmung von 1,5 cm und wird der Bizen-Tradition zugeordnet. Jigane und hamon zeigen beide Merkmale der Bizen-Handwerkskunst, mit einem ko-chōji midare-Muster als dominante Härtungslinie. Die Urheberschaft der Klinge bleibt umstritten; Gelehrte haben Sukehira, Kanehira, Masatsune, Moritsune und Monjū als mögliche Hersteller vorgeschlagen, aber es wurde kein Konsens erreicht.
Die Herkunft der Klinge beginnt traditionell mit dem Heike-Krieger Fujiwara no Kagekiyo (Taira no Kagekiyo), von dem gesagt wird, dass er sie an seiner Seite trug und sie schließlich Atsuta Jingū widmete. Sie ging danach an Senshū Suemitsu, den Hohepriester (ōgūji) von Atsuta Jingū, der sie in die Schlacht trug und getötet wurde. Der Krieger Kageyama Kazukage übernahm dann den Besitz, und sie kam später zu Niwa Nagahide, einem hochrangigen Vasallen des Oda Nobunaga. Nagahide widmete die Klinge erneut Atsuta Jingū, wo sie seitdem als heiliger Schatz bewahrt wird.
Zwei konkurrierende Etymologien erklären den Namen "Azamaru" (was "Muttermal" oder "Makel" bedeutet). Die erste besagt, dass das Muttermal allmählich verschwand, während Fujiwara no Kagekiyo die Klinge als Spiegel benutzte, um ein Muttermal in seinem Gesicht zu beobachten. Die zweite erklärt, dass es einen dunklen, muttermalartigen Fleck in der Nähe des habaki (Klingenkragen) auf der Klinge selbst gibt – einen Fleck, der sich nicht wegpolieren ließ, egal wie oft die Klinge geschliffen wurde. Beide Berichte sind in frühen modernen Schwertabhandlungen aufgezeichnet, und es gibt keine erhaltenen Beweise, um die Frage endgültig zu klären.
Atsuta Jingū, das den Kusanagi-no-Tsurugi beherbergt (eines der drei kaiserlichen Insignien), ist einer von Japans wichtigsten Schreinen, die mit Schwertern und Blankwaffen verbunden sind, und Azamaru wird heute weiterhin als spirituell geladenes heiliges Schwert verehrt.
Legenden & Geschichten
Die berühmteste Legende um Azamaru ist die Geschichte der „Muttermalübertragung" — eben jene Geschichte, aus der sich der Name des Schwerts herleitet. Taira no Kagekiyo, auch als Fujiwara no Kagekiyo bekannt, soll ein großes Muttermal auf seinem Gesicht gehabt haben. Der Überlieferung nach übertrug sich das Muttermal von Kagekiyos Gesicht auf das Schwert, während er diesen Wakizashi trug, und nahe dem Habaki-Moto erschien schwarzes Jigane (Bodenstahl), das einem Muttermal ähnelt. Dieser dunkle, muttermalförmige Bodenstahl ist der Ursprung des Namens „Azamaru". Eine zweite Überlieferung berichtet, dass Niwa Nagahide, als er an einer Augenkrankheit litt, diesen Wakizashi dem Atsuta Jingū widmete und um Heilung betete. Am Tag nach der Widmung ließen die Augenschmerzen nach, und nach einigen Tagen war er völlig geheilt. Nagahide deutete dies als ein Wunder, das durch die vereinigte spirituelle Kraft des Schreins und des Schwerts bewirkt wurde. Überlieferungen berichten, dass dies seinen Glauben an den Atsuta Jingū vertieft hat. Da der Atsuta Jingū das Kusanagi-no-Tsurugi enthält, bestand seit alten Zeiten der Glaube, dass an den Schrein gewidmete Schwerter die spirituelle Essenz des Kusanagi in sich tragen. Azamaru wird in dieser Überlieferung positioniert und ist unter Schreinpilgern als „Schwert das Wunden heilt" weitergegeben worden.