* Bild nur zu Illustrationszwecken.Die Kannō-Unruhen und das Katana
観応の擾乱と刀剣
Der Bruderzwist zwischen Ashikaga Takauji und Tadayoshi, der die Nanbokuchō-Ordnung zerbrach, und die aus diesem Chaos entstandenen Schwerter
Beschreibung
Die Kannō-Unruhen (1350–1352) waren ein Machtkampf zwischen Ashikaga Takauji und seinem jüngeren Bruder Tadayoshi, der die größte innere Spaltung der Nanbokuchō-Zeit auslöste. Weit über eine bloße Geschwisterfeindschaft hinaus stellte dieser Konflikt eine Kollision zwischen der konservativen Fraktion des Ashikaga-Shogunats (die Fraktion von Kō Moronao und Moroyasu) und der idealistischen Fraktion (die Fraktion von Tadayoshi) dar und legte die grundlegende Fragilität des Muromachi-Systems schonungslos offen.
Aus der Perspektive der Schwertgeschichte fällt dieser Zeitraum genau mit dem Höhepunkt der Produktion von Nanbokuchō-ōdachi zusammen. Die Kriegsherren der Kannō-Unruhen bevorzugten imposante lange tachi mit einer Schneidenlänge von mehr als drei shaku (etwa 90 cm). Die Traditionen von Bizen, Sōshū und Yamato konkurrierten miteinander und produzierten in großen Mengen große naginata-förmige Schwerter, die militärische Wirksamkeit und künstlerischen Wert vereinigten.
In den Regionen Kyoto und Ōmi, wo Tadayoshis Anhänger konzentriert waren, schmiedeten Yamashiro- und Yamato-Schmiede massive shinogi-zukuri tachi, um Bestellungen von Tadayoshis Fraktion zu erfüllen. Die Kriegsherren von Kyushu und Kantō, die Takauji folgten, vertieften unterdessen ihre Beziehungen zu Bizen- und Sōshū-Schmieden und beschleunigten die regionale Verbreitung dieser Traditionen. Nach dem Ende der Unruhen – mit Tadayoshis Tod durch Vergiftung und der Tötung von Moronao und Moroyasu – zerstreute dieses Chaos Schwertzmiede in den ganzen Provinzen und schuf die Grundlage für regionale Schmiedekunst. Dies ist eine unvermeidbare historische Tatsache.
Die Kannō-Unruhen dienen auch als wichtiger Referenzpunkt bei der Schwertbewertung. Schwerter, die in diesem Zeitraum hergestellt wurden, zeigen Übergangsfunktionen, die den vorangegangenen Shōchū-Genkō-Stil (1324–1332) und den darauffolgenden Enbun-Höhepunktstil (1356–1361) überbrücken. Eine Neigung zu itame-hada vermischt mit mokume, wobei die nioiguchi relativ angespannt wird, wird von Experten als die charakteristische "Straffheit" der Kannō-Periode erkannt. Während erhaltene signierte Werke aus der Kannō-Periode selten sind, trägt die Forschung an unsignierten, aber periode-zugeordneten Beispielen weiterhin zur Verbesserung der Nanbokuchō-Schwertforschung bei.
Merkmale dieser Epoche
- Höhepunkt der imposanten Nanbokuchō-ōdachi-Produktion
- Der Ashikaga-Bruderzwist zerstreute Schmiede und säte regionale Traditionen
- Gemischte itame-mokume hada mit festem nioiguchi als Merkmale der Periode
- Wettbewerbliche Verbreitung zwischen Yamashiro-Yamato und Bizen-Sōshū-Traditionen