* Bild nur zu Illustrationszwecken.Ōdachi mit Inschrift aus dem 5. Jahr von Teiji, Senjuin Nagayoshi
大太刀 銘 貞治五年丙午千手院長吉
Auch bekannt als: Senjuin Nagayoshi Odachi 1366, Nationalschatz, geweiht durch Kaiser Gomurakami, Oyamazumi-Schrein
Beschreibung
Senjuin Nagayoshi und die Yamato-Senjuin-Schule
Senjuin Nagayoshi war ein Schwertschmied der Nanboku-chō-Zeit, der seinen Sitz in Senjuin (dem Senjuin-Tal von Tōdai-ji) in der Provinz Yamato (heute Präfektur Nara) hatte. Er ist einer der herausragenden Meisterschmiede, die für die Yamato-Senjuin-Schule stehen. Die Senjuin-Schule soll in der späten Heian-Zeit entstanden und die älteste Schmiedegruppe Yamatos sein; überliefert ist, dass sie für die Mönchskrieger (sōhei) von Tōdai-ji Schwerter schmiedete. Nagayoshi trat in den Wirren der Nanboku-chō-Zeit hervor und zeigte im Bereich der ōdachi und nodachi hervorragendes Können.
Oyamazumi-Schrein und seine Waffenschatzkammer
Der Oyamazumi-Schrein liegt in Ōmishima-chō in der Stadt Imabari in der Präfektur Ehime und verehrt Ōyamazumi-no-kami. Er ist ein alter Schrein, der als oberster Schutzschrein für Berge und Meere im ganzen Land gilt. Als Schrein der Waffengottheit wurde er seit alters mit zahlreichen Rüstungen und Schwertern beschenkt. Als Kulturgüter, zu denen die Schreingebäude sowie Waffen und Rüstungen zählen, besitzt er 8 Nationalschätze und 76 Wichtige Kulturgüter; etwa 40 Prozent der landesweit als Nationalschatz oder Wichtiges Kulturgut eingestuften Rüstungen befinden sich hier, weshalb der Schrein als „Schatzkammer der Waffen“ bekannt ist.
Überblick über die Ōdachi und ihre Herkunft
Diese Ōdachi ist eine Nodachi, die Yamato-Senjuin Nagayoshi im Jahr Teiji 5 (1366) schmiedete. Sie besitzt eine gewaltige Gestalt mit einer Klingenlänge von 135,7 cm und einer Krümmung (sori) von 4,8 cm und gilt als repräsentatives Meisterwerk des in der Nanboku-chō-Zeit beliebten Stils der ōdachi (nodachi). Es wird überliefert, dass Kaiser Go-Murakami (1328–1368) sie dem Oyamazumi-Schrein stiftete; am 31. März 1953 wurde sie als Nationalschatz eingestuft.
Merkmale der Klinge und Schmiedetechnik
Die technische Leistung, eine über 135 cm lange Klinge fehlerfrei und solide zu schmieden, verdient besondere Beachtung. Die Werke der Senjuin-Schule zeichnen sich nach überlieferter Auffassung durch ein Jigane (Stahlgefüge) aus, in dem fließende Masame mit Itame vermischt sind, sowie durch einen Hamon (Härtelinie) von schmaler Breite im Suguha-Stil mit eingestreutem kleinem Midare. Dieses Werk ist ein Meisterstück der Yamato-Senjuin-Schule, das die imposante Schwertform der Nanboku-chō-Zeit vermittelt.
Wert als Kulturgut
Auf der Klinge ist ein sicheres Datum (Teiji 5) eingeschnitten, das ein Beispiel für Nagayoshis Werk ist; zugleich gilt das Stück als wichtiges Standardwerk (kijunsaku) für die chronologische Einordnung des Stils der Yamato-Senjuin-Schule. Es wird im Schatzhaus des Oyamazumi-Schreins aufbewahrt und ausgestellt, und Liebhaber japanischer Schwerter und Rüstungen besuchen es aus ganz Japan.
Legenden & Geschichten
Der Überlieferung nach stiftete Kaiser Go-Murakami aus der Nanboku-chō-Zeit die Klinge dem Oyamazumi-Schrein. Sie steht für eine Episode der Geschichte, in der zahlreiche Machthaber, von den Kriegerhäusern bis zum Kaiserhaus, berühmte Schwerter als Opfergaben an Ōyamazumi Daimyōjin, den Kriegsgott, dargebracht haben.