* Bild nur zu Illustrationszwecken.Kiku-gosaku (Eigenes Werk von Kaiser Gotoba)
菊御作(後鳥羽上皇御作)
Auch bekannt als: Kiku-gosaku — der von Emeritus-Kaiser Gotoba persönlich geschmiedete Tachi, Kyoto National Museum
Beschreibung
Kaiser Gotoba (1180–1239), der 82. Kaiser Japans, dankte 1198 ab, regierte aber weiterhin durch die Klosterregierung. Ab 1208 oder 1209 etablierte er das Goban-kaji-System (御番鍛冶), das die besten Schmiede aus den Provinzen Bizen, Yamashiro und Bichū zu monatlich wechselnder Arbeit am Hof zusammenbrachte. Ungewöhnlich für einen Kaiser übernahm Gotoba selbst die Rolle des Schlags beim Schmiedeprozess und soll persönlich das Härten durchgeführt haben. Auf diese Weise hergestellte Schwerter – bekannt als Kiku-gosaku (菊御作, "chrysanthemengemacht") oder Gosho-yaki (御所焼き, "palastgehärtet") – trugen das zwölfblättrige Chrysanthemen-Wappen (kiku-mon) der Kaiserfamilie auf ihrer Angel (nakago) eingraviert, knapp unter der Scheidenöffnung.
Dieser Tachi wird als Werk von Kaiser Gotoba selbst überliefert und wird im Kyoto National Museum als Wichtiges Kulturgut aufbewahrt. Das unter dem habaki (Scheidenöffnung) eingravierte Chrysanthemen-Wappen ist das charakteristische Merkmal solch kaiserlich geschmiedeter Arbeit. Authentische überlebende Exemplare sind außerordentlich selten, was dieses Schwert zu einer hervorragenden Reliquie der kaiserlichen Schwertkunst macht.
Die Klinge spiegelt die verfeinerte Ästhetik der frühen Kamakura wider: feinkörneriges ko-itame ji-hada mit klarem utsuri und hamon aus choji und ko-midare mit eleganter Aktivität, die Bizen- und Yamashiro-Einflüsse vermischt.
Anmerkung zur Nomenklatur: "Kiku-gosaku" und "Kiku-ichimonji" (菊一文字) werden häufig verwechselt. Ersterer bezieht sich auf Klingen, bei deren Schmiedung Gotoba selbst aktiv teilnahm; letzterer sind Klingen des leitenden Goban-kaji-Schmieds Norimune, dem Gotoba die Erlaubnis erteilte, das Chrysanthemen-Wappen zu verwenden. Diese Verwirrung stammt aus mittelalterlichen Aufzeichnungen, und die Grenze zwischen den beiden Kategorien bleibt historisch mehrdeutig.
Nach dem Jokyu-Krieg (1221), in dem Gotoba erfolglos gegen das Kamakura-Shogunat vorging und auf die Insel Oki verbannt wurde, wurden seine kaiserlich geschmiedeten Schwerter von beiden Klassen – Kriegern und Höflingen – weiterhin verehrt. Die Goban-kaji-Institution hob die gesellschaftliche Stellung der Schmiede und vertiefte die Verbindung zwischen Hofkultur und Schwertkunst – ein Vermächtnis, das der heute im Kyoto National Museum bewahrte Kiku-gosaku verkörpert.
Legenden & Geschichten
Der Legende nach schmiedete Kaiser Gotoba am Vorabend des Jokyu-Krieges (1221) selbst Schwerter, um den Kampfgeist für seinen Aufstand gegen das Kamakura-Shogunat zu inspirieren. In Wirklichkeit war seine Leidenschaft für die Schwertkunst ebenso künstlerisch wie militärisch, doch kaiserlich geschmiedete Klingen wurden von Hof und Kriegerklasse über Generationen hinweg verehrt.