* Bild nur zu Illustrationszwecken.Tameshigiri — Die Kultur der Schwerterprobung
試し斬り・試刀の文化
Während der frühen bis mittleren Edo-Periode wurde die Schwerterprobung (tameshigiri) als formale Praxis institutionalisiert, die von lizenzierten Prüfern an den Leichen hingerichteter Verbrecher durchgeführt wurde. Die berühmteste war die Yamada-Asaemon-Linie, die die ausschließliche vom Shogunat sanktionierte Autorität über die Schwertbewertung durch Schneidtests innehatte.
Beschreibung
Ursprung und Bedeutung des Tameshigiri
Damit ein japanisches Schwert eine ausgezeichnete Waffe sein konnte, benötigte es nicht nur Schönheit und Handwerkskunst, sondern auch „Schneidfähigkeit" (kireasaji)—die tatsächliche Fähigkeit, Objekte zu durchschneiden. Diese empirische Methode zur Bewertung von Schwertern wurde „Tameshigiri" (Schwertprobe) oder „Shitō" (Schwertprobe) genannt. Obwohl die Praxis des Tameshigiri seit alten Zeiten existierte, wurde sie in der Frühen Edo-Zeit (17. Jahrhundert) als Institution systematisiert und zur offiziell anerkannten Schwertbewertungsmethode durch spezialisierte Fachleute.
Materialien und Methoden der Schwertprobe
Beim Tameshigiri wurden zwei Haupttypen von Materialien verwendet. Eine Methode, „Dohanbawai" (Leichenbewertung) genannt, nutzte die Körper hingerichteter Verbrecher auf Hinrichtungsplätzen. In der Edo-Zeit war es eine etablierte Konvention, dass Körper der von Bakufu und Daimyo hingerichteten Personen für Schwertproben verwendet werden konnten, und Tameshigiri-Meister besuchten die Plätze, um die Schneidfähigkeit ihrer Schwerter zu demonstrieren. Die andere Methode verwendete „Strohbündel" (warataba) oder „grünes Bambus" (aodake), das sich später verbreitete.
Ergebnisse des Tameshigiri wurden als „Tameshi-mei" (Prüfinschriften, unter der Tanginschrift eingraviert) aufgezeichnet. Bezeichnungen wie „zweifache Körperdurchtrennung" (nidō otoshi) oder „dreifache Körperdurchtrennung" (sandō otoshi)—die angaben, wie viele Körper (oder Bündel) in einem Schnitt durchtrennt werden konnten—wurden in die Klinge graviert und dienten als Qualitätszertifikat für das Schwert.
Die Yamada-Asaemon-Linie und das Schwertprobe-System
Die repräsentativen Experten des Tameshigiri der Edo-Zeit waren die „Yamada Asaemon"-Linie. Der Gründer, Yamada Asaemon Sadatake, war in der frühen 18. Jahrhundert tätig und etablierte ein Monopol als offiziell anerkannter Schwertprobe-Meister, der für Hinrichtungen und Schwertproben auf den Hinrichtungsplätzen zuständig war. Die Yamada-Familie, auch „Asaemon der Enthaupter" genannt, setzte das Schwertprobe-Handwerk acht Generationen lang bis in die späte Edo-Zeit fort.
Die Yamada-Familie waren nicht nur Schwertprobe-Praktiker, sondern zeichneten sich auch durch Schwertbeurteilung und Kennerschaft aus und verfassten zahlreiche Schwertbewertungstraktate. Yamada Asaemon Yoshimatsu der fünften Generation, aktiv während der Kansei-Ära, war besonders gelehrt und hinterließ mehrere Schwerttraktate, darunter das „Verzeichnis der Schwerter für Militärgebrauch" (Buyō Tōken Roku).
Arten von Tameshi-mei und Schwert-Wert
Tameshi-mei bestimmte direkt den Marktwert eines Schwertes. Schwerter, die Bewertungen wie „Dōta-nuki" (Körperdurchdringung)—fähig, mehrere Torsos zu durchdringen—erhielten, waren besonders hoch bewertet. Prüfinschriften, die Ergebnisse aus spezialisierten Materialien oder Umständen aufzeichneten, existierten ebenfalls, wie „Südbarbarenei-sen-Probe" (nanban-tetsu tameshi) und „Rüstungsprobe" (kacchū tameshi).
Allerdings entstanden Probleme durch später erfolgte Fälschung und Wiedereinritzung von Tameshi-mei. Ab der mittleren Edo-Zeit wurde die Authentifizierung von Tameshi-mei-Inschriften zu einer wichtigen Aufgabe für Schwertbewerter wie die Honami-Familie.
Tameshigiri nach der Meiji-Ära
Mit dem Schwertabschaffungserlass von 1873 (Meiji 6) und der Modernisierung des Strafjustizsystems endete die Schwertprobe mit echten Körpern. In der Moderne wird Tameshigiri mit Bambusgebünden, Tatami-Matten und feuchtem Stroh weiterhin als Demonstration von Iaido und Battōdo durchgeführt und als Mittel zur Überprüfung der Schneidfähigkeit eines Schwertes praktiziert, wobei es als eine Form traditioneller Schwertkultur bewahrt wird.
Merkmale dieser Epoche
- Tameshi-mei (Prüfinschriften) auf der Klinge, die die Schneidleistung dokumentieren
- Shogunat-sanktioniertes Monopol der Yamada-Asaemon-Linie
- Allmähliche Verlagerung von menschlichen Versuchsobjekten zu Stroh- und Bambuszielen
- Direkter Zusammenhang zwischen Prüfergebnissen und Marktwert
- Authentizitätsbedenken zu gefälschten tameshi-mei, die Fachbewertung erfordern